Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1/184

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Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte
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nicht unwahrscheinlich, da bereits 1081 das Capitel zu Roeskilde von 15 Präbenden und 1085 das zu Lund von 9 Präbenden zu Stande gekommen waren. Jedenfalls baute sich um diese Zeit das Kirchenwesen im Schleswigschen weiter aus und gelangte auch dadurch zu größerer Festigkeit, daß unter den Friesen an der Westküste Kirchen errichtet wurden. Bis dahin haben wir noch keine sichere Nachricht von solchen, wie denn wir überhaupt von den Friesen bis zum 12. Jahrhundert nichts erfahren. Man hat freilich einigen Kirchen, die auch unzweifelhaft zu den ältesten in Friesland gehören, ein sehr hohes Alter beilegen wollen, namentlich Keitum auf Sylt, wegen der Duffsteine, welche sich am Chor finden, S. Johannis auf Föhr wegen gewisser Inschriften und wegen einer Darstellung auf dem Altar, die etwa auf die Zeit um das Jahr 1000 zurückweisen sollte ;[1] Pellworm, weil der Thurm schon im Jahr 1095 erbaut sein soll ,[2] gleichfalls wegen der Duffsteine am Chor und wegen der Sage, daß ein Englischer Baumeister gleichzeitig die drei genannten Kirchen in Arbeit gehabt habe, und zwischen denselben auf einem weißen Pferde hin und her geritten sei, um die Bauleute zu beaufsichtigen .[3] Etwas anders gestaltet lautet die Sage so, der Baumeister habe vier Kirchen zu gleicher Zeit unter Händen gehabt, S. Johannis auf Föhr, eine auf Pellworm, eine in Eiderstedt; die vierte sei unbekannt .[4] Diese Sage ergänzt sich


  1. Auf einem Steine hat man die Jahreszahl 986 lesen wollen, auf einem Schranke in der Kirche 1084, welche Zahl auf demselben ausgeschnitten sein soll. Aus eigener Anschauung kann ich darüber nicht urtheilen, muß aber gestehen, daß ich sehr große Zweifel trage schon wegen der Arabischen Ziffern, von welchen man schwerlich um jene Zeit Beispiele wird aufweisen können. Was die Zahl 1084 anbelangt, so wird wohl 1484 zu lesen sein.
  2. Heimreich Nordfr. Chr. Ausg. v. 1666 S. 120. „Das Fundament des Thurms ist auf Urbani Anno 1095 geleget und derselbe 100 Ellen hoch aufgeführet worden.“ Ausgabe von Falck S. 184. Auch in Jonas Hoyers hist. Beschreibung der Insel Nordstrand findet sich die Nachricht S. 13. „Anno 1095 am Tage S. Vrbani ist das Fundament des großen Thurms zu Pelworm gelegt durch Bekostung einer reichen Frauen Pelle und ihrer Tochter, so Worm geheißen.“
  3. Petersens Wanderungen 3. Section S. 529.
  4. So führt Posselt (Antiq. Annal. 3, 1. S. 76) die Sage an.