Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1/139

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Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte
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die zu Odensee (Othenesvigensis); es geschieht auch eines Bischofs Folgebert Erwähnung, doch ohne Nennung seines Sitzes, und den Kirchen wird die Freiheit ertheilt, in dem Reiche Otto's Besitzthümer zu kaufen. Auf welche Veranlassung dieser Bestätigungsbrief erlassen sei, ist schwer zu sagen. Es kann in diese Zeit ein Kriegszug Otto's III. gegen Harald fallen etwa 986, so wie auch von Otto II. schon 975 einer gemacht war, der die Errichtung einer Gränzburg zur Folge hatte ;[1] doch scheinen diese Züge weniger zu kirchlichen Zwecken geschehen zu sein. Jedenfalls aber sehen wir damals 987 die Kirche in diesen Gegenden noch ungefährdet. Bald aber brach eine Verwüstung herein. Doch ehe davon berichtet wird, haben wir den Blick nach den Slavischen Gegenden zu wenden, wo um eben diese Zeit ein ernstlicherer Anfang mit Einführung des Christenthums gemacht wurde, bis auch hier jener Sturm gegen dasselbe ausbrach, von dem wir später hören werden.

Es dauerte sehr lange, ehe das Christenthum zu den Slavischen Volksstämmen, welche den Sachsen benachbart waren, drang, und wenn gleich ihre Gebiete den Sächsischen Bischöfen als Missionsdistrikte zugetheilt waren, so finden wir nicht, daß besonders eifrige oder anhaltende Bestrebungen zur Pflanzung der Kirche in jenen Gegenden bei den Bischöfen sich gezeigt hätten. Helmold findet dies auffallend und will die Schuld nicht der Nachlässigkeit der Prediger des Evangeliums, sondern der „unglaublichen Härte dieses Volks“ beimessen. Heinrich's I. Siege hatten freilich mehrere der Slavischen Stämme gedemüthiget, aber es war Otto I. vorbehalten, es so weit zu bringen, daß an kirchliche Einrichtungen zu denken war. 946 und 949 stiftete er die Bisthümer Havelberg und Brandenburg; ersterem ward das Gebiet in den Slavischen Landschaften bis an die Elde und Peene angewiesen. Was davon nördlich lag, innerhalb


  1. Nach Dithmar von Mersebur, der bei dieser Gelegenheit die Erstürmung des Danewirks meldet und sagt, Otto habe unam urbem, d. i. eben eine Burg, keinesweges eine Stadt, erbaut und mit Besatzung versehen. Zu vermuthen ist, daß dies die sogenannte Markgrafenburg bei Haddebye gewesen. Auf diese Züge Otto's II. und III. ist Manches zu beziehen, was die Nordischen Sagen, die überhaupt nur von Einem Otto wissen, mit demjenigen, was bei dem Zuge Otto's I. geschehen, zusammenstellen.