Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1/088

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Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte
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V.

Erste Anfänge des Christenthums in unsern Gegenden.

Daß eine geraume Zeit vergehen mußte, ehe das Christenthum in unsre Gegenden dringen konnte, ist in dem ganzen Gange der Weltgeschichte begründet. Der Norden war in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung zu sehr abgeschlossen von der Berührung und dem Verkehr mit den Ländern, in welchen die christliche Kirche sich anfänglich ausbreitete, als daß eine frühe Pflanzung des Christenthums hier denkbar wäre. Wir haben es daher unbedingt unter die Fabeln zu rechnen, wenn alte Chronikenschreiber schon die Jünger des Herrn oder doch deren Schüler unter den Sachsen predigen lassen. Da sollte Timotheus nach Bardewiek, der einst berühmten Handelsstadt, gekommen sein und viele Sachsen bekehrt haben, der Apostel Petrus zwei von den 70 Jüngern nach Deutschland gesandt haben, von denen der eine Maternus, nach Trier gegangen, der andere aber, Egisthus, nach Bardewiek, welcher als seinen Archidiaconus (so übertrug man spätere Verhältnisse auf frühere Zeiten -) den Marianus bei sich gehabt ;[1] - ja alte Dithmarsische Chroniken wollten gar wissen, daß der Ort Hindbol geheißen, wo der Apostel Thomas ans Land getreten auf der längst vergangenen Insel Sandfört, die an der Küste von Dithmarschen lag. An solche unmittelbare Verkündigung des Christenthums in hiesiger Gegend in so früher Zeit ist gar nicht zu denken. Dahingegen ist es wohl nicht zu leugnen, daß unsre Vorfahren eine Kunde von dem Christenthum schon lange vorher gehabt haben mögen, ehe Schritte zu demjenigen geschahen, was man gewöhnlich Einführung


  1. Von Egisthus handelt ausführlich Schlöpken, Bard. Chron. S. 66 ff. -