Chronik der Schotten-Crainfelder Familie Spamer/101

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Chronik der Schotten-Crainfelder Familie Spamer
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besuchte Anna ihre Geschwister in Groß-Ilsede und verlobte sich dort mit Dr. med. Emil Groos, welcher z. Z. in Wunstorf, Provinz Hannover, als Stabsarzt in Garnison lag. Dieser ward geboren am 7. Januar 1838 zu Berleburg, Kreis Wittgenstein, als Sohn des Geheimen Regierungsrats Wilhelm Friedrich Groos und dessen Ehefrau Christiane Amalie, geborene Martin aus Erndtebrück. — Am 7. Juni 1870 wurden Anna und Emil in Wetzlar von Pfarrer Schöler getraut und zogen danach in ihren Wohnsitz zu Wunstorf ein. Nach der Trennung, welche ihnen der kurz darauf ausbrechende Krieg gegen Frankreich auferlegte, blieben sie noch bis 1872 in Wunstorf und schlugen danach bis zum Juni 1877 ihr Quartier in Northeim auf. Zu letztgenannter Zeit ward Emil als Oberstabsarzt nach Düsseldorf versetzt und verzog die Familie Groos nunmehr nach dieser schönen Rheinstadt, in welcher sie sich nach einigen Jahren, zu voraus­sichtlich dauerndem Verbleib, ein eigenes Heim erworben hat. - Emil Groos studierte, nach dem auf dem Gymnasium in Wetzlar abgelegten Maturitätsexamen, von Herbst 1857 bis August 1861 in Berlin Medizin und war Mitglied des dortigen Korps Normannia. Im August 1861 zum Dr. med. promoviert, und im Mai des folgenden Jahres zum praktischen Arzt ernannt, wurde er, von seiner ersten militärischen Stellung als Assistenzarzt, 1867 zum Stabsarzt, 1877 zum Oberstabsarzt II. Klasse und 1887 zum[1] Oberstabsarzt I. Klasse befördert. Aus Gesundheitsrücksichten erbat er im Oktober 1888 seinen Abschied und ward ihm dieser am 31. genannten Monats mit Pension bewilligt. — Seit dieser Zeit widmet er sich der Privatpraxis und, nach seiner am 1. Januar 1893 erfolgten Wahl zum Stadtverordneten, den städtischen Angelegenheiten Düsseldorfs. 1897 wurde ihm der Charakter als Sanitätsrat verliehen. — Emil machte den Krieg gegen Österreich 1866 und den französischen Krieg 1870/71, ersteren als stellvertretender Stabsarzt in der 16. Division, letzteren als Feldregimentsarzt im Braunschweigischen Husarenregiment Nr. 17 mit, und wurde hierbei durch Verleihung des Eisernen Kreuzes II. Klasse, sowie des Braun­schweigischen Ritterkreuzes des Ordens Heinrich des Löwen ausgezeichnet. Außerdem schmücken der Rote Adlerorden IV. Klasse und das Dienstauszeichnungskreuz, nebst drei Erinnerungsmünzen und Medaillen seine Brust.

Der Ehe von Emil und Anna Groos sind entsprossen:

1. Wilhelm Christian Paul Groos, geboren in Wunstorf am 14. Juni 1872. Seine Taufpaten waren: Geheimer Regierungsrat Wilhelm Friedrich Groos aus Wetzlar (Großvater); Pfarrer emerit. Christian Spamer aus Wetzlar (Großvater); Frau Wilhelmine Kellner, geborene Spamer, aus Wetzlar (Tante) und Fräulein Pauline Groos in Lennep (Tante). Wilhelm besuchte von Ostern 1882 bis dahin 1887 das Königliche Gymnasium, von Ostern 1887 bis dahin 1891 das Städtische Gymnasium zu Düsseldorf, verließ dasselbe nach abgelegtem Maturitätsexamen und bezog sodann, zur Pflege juristischer Studien, die Universität Lausanne. Nach einjährigem Verbleib auf derselben, trat er am 1. April 1892 als Fahnenjunker in das 2. Rheinische Feld-Artillerie-Regiment Nr. 23 in Koblenz ein, ward am 17. Januar 1893 zum Leutnant ernannt und von hier 1899 bis 1900 zur Artillerie-Ingenieurschule nach Berlin kommandiert. Im Frühjahre 1901 trat Wilhelm in das Lehr-Regiment der Feld-Artillerie in Jüterbog, zu Oktober 1901 in das 2. Westfälische Artillerie-Regiment Nr. 22 (Münster) ein und wurde er zur Kriegs-Akademie in Berlin kommandiert. Am 18. Mai 1901 erfolgte seine Ernennung zum Oberleutnant;

2. Hermann Christian Otto Groos, geboren am 11. September 1873 in Northeim und daselbst von Pfarrer Höpfner getauft. Seine Taufpaten waren: Frau Geheime Regierungsrat Christiane Groos, geborene Martin, aus Wetzlar (Großmutter); Hüttendirektor Hermann Spamer aus Groß-Ilsede (Oheim) und Buchhändler Otto Groos, später Privatgelehrter in Marburg (Oheim). Hermann frequentierte von 1882 bis 1887 das Königliche Gymnasium, von da bis Ostern 1892 das Städtische Gymnasium in Düsseldorf und bezog, nach bestandenem Maturitätsexamen,


  1. GenWiki-Red.: Handschriftliche Einfügung des Wortes "zum".