Provinz Westfalen/Hessische Hofkammer

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Inhaltsverzeichnis

Hofkammer (Rentkammer)

Nachdem für das Herzogtum Westfalen zunächst eine Kammerdeputation angesetzt worden war, ordnet das Organisationsedikt vom 12. Oktober 1803 als Finanzkollegien in den drei hessischen Provinzen Rentkammern an, die seit dem 12. Januar 1809 den Namen Hofkammer tragen. Sie haben die Staatseinnahmen und -ausgaben zu bewirtschaften. Damit obliegt ihnen das ganze Steuerwesen sowie die Verwaltung der nutzbaren Regalien und der landesherrlichen Domänen, ausgenommen die in das Forstwesen einschlagenden Gegenstände. Ihrer Aufsicht sind die Provinzial-Kammerkasse und die Rechnungsjustifikatur unterstellt; desgleichen die Zollbeamten, die Berg-, Hütten- und Salzbeamten, die Baubedienten, die Steuerperäquatoren und Steuereinnehmer sowie alle Unterrezepturbehörden der Provinz.

Sie haben alle angehenden Staatsdiener im staatswirtschaftlichen Fach zu prüfen und bei Besetzung der von ihnen abhängigen Stellen das Vorschlagsrecht. Schließlich besorgen sie das Finanzrechnungswesen der Provinz. Kammersessionen sind an drei Vormittagen in der Woche.

Leitung

Rent- bzw. Hofkammerdirektor ist bis zum 12. April 1815 der Geh. Rat Ludwig Minnigerode. Die Stelle eines Vizedirektors bekleidet seit dem 31. Juli 1807 Josef Wurzer, den am 20. Juni 1812 der Solms-Lichische Kammerdirektor Wilhelm von Kopp ablöst. Dieser wird am 8. Mai 1815 als Nachfolger Minnigerodes zum Direktor ernannt. Kammerräte sind: der Geheime Rat Engelbert Arndts (zugleich Kammeradvokat), Karl Anton Kalt (auch Kammerkassier), Anton Wilhelm Arndts, Rainer Joseph Esser, Christian Wilhelm Klipstein (bis 15. September 1808), Peter Bigeleben und Karl Christian Eigenbrodt (wird Ende 1806 Regierungsrat). An Stelle von Klipstein und Eigenbrodt treten am 10. November 1809 der Oberbergmeister Ludwig Anton Weber und am 26. Juli 1810 der Kammerassessor (seit 8. März 1809) Josef Ignaz Esser dem Kollegium bei. Das juridische Korreferat erhält 1810 der Kriminalrichter Freusberg. Am 27. April 1810 wird der Regierungsassessor v. Schorlemer-Heringhausen auch zum Kammerassessor ernannt. Der Kammer beigeordnet ist der Landbaumeister, zunächst Major Hermann Sandfort, dann Ernst Plaßmann. Das Sekretariat ist mit vier bzw. drei Kammersekretären besetzt. Zum Kammerpersonal zählen des weiteren ein Registrator, drei bzw. zwei Kanzlisten und ein Kanzleidiener. Der Rechnungsjustifikatur gehören neben einem, zuletzt drei Justifikatoren, drei Probatoren und ein Pedell an. Dem Kammerkassier unterstehen ein Buchhalter und ein Kassendiener.

Registratur

Einen Plan der im Landsberger Hof untergebrachten Hofkammerregistratur aus dem Jahre 1816 enthalten die Akten Regierung Arnsberg I Nr. 1292. Zur Ergänzung des Bestandes sei auf die in der Domänenregistratur der preußischen Regierung Arnsberg befindlichen Vorakten aus hessischer Zeit verwiesen.

Archive

  • Landesarchiv NRW, Staatsarchiv Münster, Behörden der Übergangszeit 1802-1816, Entschädigungsländer, Großherzogtum Hessen, Arnsberger Behörden, Hofkammer
    • Umfang: 604 Aktenstücke (24 Pakete). Verzeichnung: Repertorium B 62, (1665) 1798-1816. Darin:
      • Landeshoheit, Behörden, Beamte (16 Aktenstücke), Ämterorganisation, staatsrechtliche Verhältnisse der Ritterschaft, Ausgleich mit dem Königreich Westfalen, desgl. mit Oranien-Corvey wegen Volkmarsen und Marsberg, von Dückersches Haus zu Arnsberg, Besoldung des Landdrosten von Weichs und der Amtsdrosten (namentlich zu Balve — Verzeichnis der Spann- und Handdienstpflichtigen —, Oestinghausen und Rüthen), Beamte (Lohmann/Marsberg, Joppen/Meschede, v. Schüngel zu Echthausen, Anthee/Arnsberg, Padberg zu Küstelberg).
      • Aufhebung der Stifter, Klöster und Klausen, Kapitalien, Pensionen (64), Linksrheinische Stifter und Klöster; Benninghausen und Bredelar, Minoritenbibliothek Brilon; Propstei Eikeloh, Ewig (Inventar, kirchliche Geräte), Galiläa (mit Lageplan), Grafschaft, Himmelpforten, Propstei Marsberg (mit Inventar), Meschede (mit Bücherverzeichnis), Nazareth zu Störmede, Odacker, Oelinghausen, Kapuziner- bzw. Minoritenkloster Rüthen, Rumbeck, Wedinghausen (mit Dotation der Pfarrei Arnsberg), Kapuzinerkloster zu Werl (mit Plan und Bibliotheksverzeichnis) ; Klausen im Herzogtum Westfalen (insbesondere zu Meschede und Sondern bei Bilstein); Aktiv- und Passivstatus der domanialisierten Klöster; Landsbergsches Kapital, Gelder des Prämonstratenserklosters Beaurepart zu Lüttich; Kapitalschulden an Bonner und Kölner Fonds; v. Fürstenbergsches Kapital; Pensionen der Himmelpfortener Klosterfrauen und von Ewiger und Grafschafter Konventualen.
      • Domänen und Gefälle allgemein (70), Fünftelabzug von den Grundrenten, Aufhebung der Kolonatverhältnisse, desgl. des Amortisationsgesetzes, Geldpreise für Naturallieferungen, Schulden des Kammerfonds, Veräußerung von Fruchtgefällen, Fruchtgefälle aus dem Paderbornschen, Besitzungen des Annunziatenklosters zu Wiedenbrück und des Domkapitels zu Paderborn im Amt Erwitte, Gefälle geistlicher Korporationen in den Ämtern Geseke und Marsberg, Austausch von Gefällen mit Waldeck in den Ämtern Medebach und Brilon, Hühner aus den Kirchspielen Balve und Affeln; Gewinnung der Anröchter, Bilsteiner und Bredelarer Kolonen, Schuldschweine der Benninghauser Kolonen, Dalheimer Wachslieferung an Bredelar, Abgabenrückstand in Erlinghausen und Giershagen, Amt Eversberg (Geld-und Kornempfang, Haferpacht), Ewiger Kolonen Waldungen, Glindfelder Gewinngüter und Rezepturrechnung; Grafschafter Kolonen, Gut Latrop, Kolonen auf der Haar, Gefälle zu Halbeswig; Gemeinheiten Herhagen und Nichtinghausen, Himmelpforter Kolonen, Richterländereien zu Kallenhardt, Petersgefälle Amt Medebach, Hofespächte und Zehnt zu Menden, Messinghauser und Nuttlarer Gefälle, Ölinghauser Kolonen, Prästationen der Eingesessenen zu Rösenbeck, Mescheder Pachtgefälle zu Rüthen, Rumbecker Kolonen, Rumbecker Güter in der Soester Börde, Schuldschweine der Sümmerschen Hofesleute, Waldenburgische Gefälle, Pfandschaft Wenholthausen.
      • Einzelne Domänen und Gefälle (179), Betr. Ainghausen, Albringen, Altenhellefeld, Altenrüthen, Anröchte, Arnsberg (Eichholz), Benninghausen (auch Kaldewei und Benninghauser Heide), Berenbrock, Berge (Kr. Lippstadt und Kr. Meschede), Beringhausen, Berlingsen, Bockum, Bontkirchen, Brilon, Deifeld, Dinschede, Düdinghausen, Echtrop, Eickelborn, Elkeringhausen, Ellingsen, Enkhausen, Ermsinghausen, Estinghausen, Freienohl, Gaxberg, Giershagen, Göttingen (Kr. Beckum), Grimminghausen, Grübecke, auf der Haar, Hellefeld, Helmeringhausen, Ksp. Herzfeld, Holtum, Holzen, Horst (bei Eisborn), Hüingsen, Hüsten, Kalle, Kallenhardt, Körbecke, Landenbeck, Langenholthausen, Langenstraße, Langscheid, Ksp. Liesborn, Löttmaringhausen, Lohne, Marsberg, Mawicke, Menzel, Meschede, Messinghausen (auch Messinghauser Hütte), Mülheim (Lithöfe), Müschede, Neheim, Nettelstädt, Niederense, Nieder- und Oberbergheim, Oberelspe, Oberhöingen, Oberschledorn, Ostentrop, Ostönnen, Padberg, Rheidt (Rheinland), Robringhausen, Ronninghausen, Salwey, Schlückingen (und Wickede), Schwefe, Selkentrop, Serkenrode, Sichtigvor, Siepen (bei Oelinghausen), Stemel, Schulte zu Stiepel, Stirpe, Stockum (Rheinland), Störmede, Theiningsen, Ünninghausen, Völlinghausen, Volbringen, Warstein, Wenholthausen, Wennemen, Weringhof (bei Westernkotten), Werl (Feldmark), Werpe, Westendorf, Westenfeld, Westönnen.
      • Mühlen (11), Betr. Plaßmann zu Allehof, Ruhrmühle bei Arnsberg, Gransauer Mühle bei Balve, Lippemühle Benninghausen, Kruse zu Berge, Sammelmann zu Ellingsen, Hachen, Papiermühle im Gericht Lenhausen (und Stahlhämmer an der Fretter), Meschede (Öl-, Walk- und Lohmühle).
      • Zehnten (16), Betr. Schulte zu Altenmellrich, Altenrüthen, Arnsberger Feldmark (Wedinghauser Zehnt), Marsberger Zehnten (namentlich zu Erlinghausen), Paderborner und Bredelarer Zehnten zu Marsberg, Menzel (Kloster Galiläa), Oelinghauser Zehntlösen, Messinghausen (Zehntspeicher), Oberbergheim, öster- und Westereider Zehntfuhren, Grafschafter Zehntlöse zu Soest, Glindfelder Fruchtzehnt.
      • Lehen (18), Lehnsverfassung im Großherzogtum Hessen, Lehen linksrheinischer Korporationen im Herzogtum Westfalen, Erbfolgeklausel in Lehnbriefen, Lehnserneuerung Paderbornischer Vasallen, Lehnsabgaben der Rentei Bredelar an Waldeck, Twistische Lehen, v. Weichs'sche Lehnkammer und Lehnskanon an Mariengraden in Köln, Gericht Ödingen, Gericht Friedhardskirchen, Erbvogtei Grafschaft, Schultenhof zu Berlingsen und Schäferhof zu Wippringsen, Kortenhof zu Delecke, Eisborn, Padberger Lehen in der Mark Enemünden, Spörkel sive Reding zu Nuttlar, Schulte zu Reiste, Dorf Udorf.
      • Forst- und Markensachen (30), Kohlholzverkauf ins Ausland, Jägerhaus bei Arnsberg, Försterwohnungen zu Glindfeld, Grafschaft (Grundrisse des Klosters) und Mittelsorpe; Allager Mark, Boyer Mark (Ksp. Liesborn), Bredelarer Eichelmast; Bredelarer, Drolshagener und Ewiger Waldungen, Kammerholz aus Freienohl und Husten; Schnadezug Grafschaft/Schmallenberg; Hakemicke, Stilper Wald und Güter Stilpe und Hellen (Kloster Grafschaft); Schulte zu Günne; Grenzberichtigungen Hellefeld/Arnsberg und Mittelsorpe; Gerechtsame der Klöster Himmelpforten und Odacker, desgl. der Propstei Marsberg (Essenthoer Wald), Mescheder Stifts- und Freiheitswaldungen, Schulte zum Broich, Müscheder Mark, Oelinghauser Waldung, Wahrzeichen zu Soest und Völlinghausen, Waldungen der Sümmerischen Hobsgüter, Warsteiner Waldungen, Wüstenberg (Hachen).
      • Jagd und Fischerei (7), Pachtlose Jagden und Fischereien der Oberkellnerei Arnsberg; Jagdberechtigung der Stadt Arnsberg, des Amthauses Menden und des Klosters Oelinghausen; Fischereien der Rentei Bilstein und der ehem. Stifter und Klöster; Jagd im Amt Fredeburg und Oestinghausen (auch Fischerei).
      • Kirchen, Schulen, Stiftungen (26), Kirchen- und Schulsachen betr. Arnsberg, Benninghausen, Bergstraße, Düdinghausen, Effeln, Geseke, Glindfeld, Grafschaft, Küstelberg, Medelon, Menden, Meschede, Neheim, Oelinghausen, Stockum, Werl; Orthinianische und Beda Papen'sche Studienstiftung, Fabrisches Stiftungskapital.
      • Westfälischer Schulfonds (5), Verwaltung, Lasten und Einkünfte; Kolonen der Jesuitenmission zu Erwitte.
      • Provinzialbibliothek (1)
      • Juden (5), Judenordnung, Konskription (Namenslisten), Juden zu Anröchte und Velmede.
      • Bauwesen (4), Kalköfen, Chausseebauakten im landständischen Archiv, Entschädigung des Teipel zu Arnsberg, Jägerbrücke zu Arnsberg (Zeichnung).
      • Berg-, Hütten- und Salinenwesen (4), Bergamtsverfassung und -gerichtsbarkeit, Berg-, Hütten- und Hammerwerke; Salinen zu Werl und Westernkotten.
      • Urkunden, Verträge und Vergleiche (34), Betr. Gärten zu Arnsberg und Obereimer (Karte), Eichholz und Wetterhof bei Arnsberg, Gut Berge, Höfe und Ländereien zu Barendorf, Benning-hausen, Bontkirchen, Bremen, Brilon, Dedinghausen, Deifeld, Giershagen, Göttingen, Klieve, Madfeld, Nettelstädt, Padberg, Schoneberg, Stemel, Völlinghausen, Weckentrop und Winterberg; Mühlen zu Marsberg, Menden, Meschede, Retringen und Wettmarsen; Zehnten zu Enkhausen und Huxel.
      • Freibriefe (13), aus Benninghausen, der Kaldewei, Norddorf, Schmerlecke, Stirpe und Unninghausen.
      • Kaufbriefe (77), Jesuitenhaus in Arnsberg, Bergamtsgebäude zu Eslohe; Ländereien zu Arnsberg, Bökenförde, Drolshagen (auch Fischteiche), Epsingsen (Kapellenplatz), Grafschaft, Hattrop, Herzfeld, Medebach (Mönchsplatz), Meiningsen, Niedersorpe (auch Abgaben), Obermarsberg, Schmallenberg, Stemel, Störmede, Winkhausen (auch Wiesen und Abgaben); Güter zum Bruch, Haverberg, Imhausen, Kalbersnacken, Ulhoff; Güter zu Bilme, Blintrop, Germinghausen, Günne, Niederense, Oberingemert, öhringhausen, Ostönnen (auch Abgaben), Recklingsen, Rixen, Rosenthal, Sellenrade; Gevener Hof, Wiesen zu Ewig; Hausplätze zu Berge und Olpe; Häuser zu Düdinghausen, Rösenbeck, Sichtigvor und Soest; Abgaben zu Albringhausen, Altenhellefeld, Balve, Flierich, Langenholthausen, Meckingsen, Merklinghausen, Oberfleckenberg, Oeventrop, Saalhausen, Sundern, Westfeld, Wörde und in der Soester Börde; Zehnten zu Dolberg, Glösingen, Heinsberg, Oeventrop; Gärten zu Rüthen; Berg-, Hütten- und Hammerwerke zu Silbach und Gleidorf, Heidegrund in der Lohheide; Klause bei Balve; Mühlen zu Endorf und Kückelheim.
      • Hypothekenscheine (24), der Bergischen Hypothekenbureaus zu Dortmund (betr. Frohnhausen, Neimen, Westick), Hagen (betr. Brockhausen, Iserlohn, Kalthof, Landhausen) und Hamm (betr. Ampen, Elfsen, Ehningsen, Einecke, Eineckerholsen, Enkesen, Epsingsen, Flerke, Göttingen, Herringsen, Katrop, Klotingen, Lendringsen, Lohne, Meckingsen, Meiningsen, Müllingsen, Ostönnen, Pröbsting, Röllingsen, Sassendorf, Schwefe, Thöningsen, Weckentrop, Weslarn).
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